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Gesundheitswesen: Ärzte informieren beim Praxisnetz Vorderpfalz

16. November 2012
Große Umwälzung des Lebens Speyer. Der Einladung des Ärztenetzes Praxisnetz Vorderpfalz (Pravo) folgten rund 40 interessierte und betroffene Gäste, um sich ausführlich über die modernsten Methoden der Dialyse zu informieren. Dr. Manfred Schmitt eröffnete den ersten Abend der zweiteiligen Veranstaltungsreihe, die bereits zum siebten Mal in Speyer stattfand. 75.000 Dialyse-Patienten „Nierenersatzverfahren bedeuten eine enorme Umwälzung des Lebens“, erklärte Schmitt. „Deshalb möchten wir in dieser bundesweit etablierten Vortrags- und Diskussionsreihe dem großen Informationsbedarf gerecht werden.“ In Deutschland brauchten etwa 100 000 Menschen eine chronische Ersatztherapie. Davon nutzten etwa 75 000 Patienten die klassische Hämodialyse, vier Prozent die Bauchfell- oder Peritonealdialyse. In Speyer werden laut Schmitt sogar zehn Prozent der Patienten zu Hause versorgt. Da fast immer beide Nieren betroffen sind, müsse im Notfall sehr schnell gehandelt werden. Die „ze:ro-Dialysezentren“ in der Metropolregion Rhein-Neckar bieten deshalb einen 24-Stunden-Notdienst an, der an die Krankenhäuser vor Ort angeschlossen ist. In Speyer am Diakonissen Stiftungskrankenhaus stehen 24 Plätze im Dialysezentrum und der Gemeinschaftspraxis für Nierenerkrankungen und Bluthochdruck zur Verfügung. Dort helfen alle modernen Methoden, die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern. Vier bis sechs Stunden pro Tag und dreimal in der Woche müssen Dialysepatienten das Zentrum aufsuchen. Dort wird die Hämodialyse von Fachpflegern und Experten betreut und überwacht. Ein angenehmes Ambiente und fürsorgliche medizinische Versorgung stünden in den Zentren im Mittelpunkt, erklärte der Experte. Patienten tauschten sich dabei gerne über ihre Erfahrungen und Probleme aus. Dies zeigte die Vortragsreihe an zwei Abenden. Für jedes Verfahren hatten sich sogar Patientinnen bereiterklärt, Auskunft zu geben und Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Von der Bauchfelldialyse über die Hämodialyse bis hin zur Nierentransplantation erhielten die Gäste Hinweise und konnten Ängste ansprechen. Neben den spezialisierten Ärzten Dr. Manfred Schmitt und Christian Diekmann erklärten erfahrene Krankenschwestern die praktische Handhabung der Verfahren. Auch Themen des Sozialrechts und der Ernährung stießen in diesem Zusammenhang auf großes Interesse. „Das Beste daraus machen“ Immer wieder wurden Fragen der Betroffenen beantwortet. „Kann ich denn dann jeden Morgen noch mein Bad nehmen? Darf ich Bananen essen? Wie verhalte ich mich auf Reisen und beim Sport?“ Eines war immer wieder klar zu hören: Einschränkungen gibt es, aber man kann immer das Beste daraus machen. Mit der Krankheit leben lernen und die Lebensqualität schätzen und erhalten. Auch mit Dialyse. zg © Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 22.11.2012 (Quelle: http://www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/speyer/grosse-umwalzung-des-lebens-1.810105)