News

Patienten mit Nierenversagen verbringen mehrmals pro Woche mehrere Stunden im Dialysezentrum – Doch das geht auch anders

27. September 2013

Eine Frage der Unabhängigkeit

Alles muss raus  Unsere Nieren haben vor allem eine Aufgabe: Sie filtern die giftigen Nebenprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut. Mit dem Urin werden diese danach aus dem Körper ausgeschieden. So weit, so gut. Das funktioniert allerdings nur, solange die Nieren gesund sind. Weit über 60.000 Nieren deutschlandweit sind es aber nicht mehr – sie versagen ihren Dienst. Würden die giftigen Stoffe im Körper verbleiben, hätte dies tödliche Folgen. „Um das zu verhindern, stehen den Patienten zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Eine Transplantation oder die Dialyse, auch Blutwäsche genannt“, erklärt Nephrologe Christian Diekmann aus dem Dialysezentrum ze:ro ARZTPRAXEN am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer. Da in Deutschland nur etwa 2.000 Nieren jährlich transportiert werden, bleit die Dialyse die gängigste Therapieform. Das bedeutet, mehrmals pro Woche mehrere Stunden im Dialysezentrum zu verbringen – und damit eine Einschränkung der eigenen Unabhängigkeit. Doch es geht auch anders. Aktiv sein – aktiv bleiben Der größte Teil der Dialysepateinten kommt für ein Verfahren infrage, das man selbständig zu Hause durchführen kann, sofern man sich aktiv einsetzt: Die Peritonealdialyse (PD) besser bekannt als „Bauchfelldialyse“. „Dabei dient das Bauchfell als eine Art filter, durch den das Blut mithilfe einer Dialyseflüssigkeit gereinigt wird“, erklärt Nephrologe Dr. Manfred Schmitt. Über einen zuvor gelegten kleinen Katheter wird Dialyseflüssigkeit in den Bauch geleitet, bleibt dort einige Stunden und wird später mitsamt den gefilterten Giftstoffen und überschüssigem Wasser ausgeleitet und durch frische Lösung ersetzt. „Das alles kann der Patient problemlos selbst durchführen – und zwar etwa alle sechs Stunden“, erklärt Christian Diekmann. Ein Wechselvorgang dauert rund zwanzig Minuten – verglichen mit den vielen Stunden im Dialysezentrum ein geringer Aufwand. Aber das ist bei Weitem nicht der einzige Vorteil des Verfahrens. Kontinuierlich, schonend, unkompliziert Einmal gelernt, ist die Bauchfelldialyse ein unkompliziertes Verfahren. Alles, was es braucht, ist ein gesonderter Raum, in den man sich während des Wechsels zurückziehen kann. So ist das Verfahren problemlos auch in den Arbeitsalltag zu integrieren. Über den kontinuierlichen Reinigungsvorgang, der 24 Stunden am Tag vonstattengeht, kommt die Baufelldialyse auch der „normalen“ Nierentätigkeit am nächsten und ist damit sehr schonend für Kreislauf und Körper. Dr. Manfred Schmitt und Christian Diekmann legen ihren Patienten die Bauchfelldialyse ans Herz – um ihnen ein möglichst unabhängiges Leben zu ermöglichen. Und sie haben Erfolg: Während die Nutzung der PD im Allgemeinen nur bei rund fünf Prozent der Dialysepatienten liegt, sind es unter den Patienten des Dialysezentrums ze:ro ARZPTRAXEN etwa 12 Prozent – was mehr als doppelt so viel ist und zeigt: Die Nephrologen weisen eine herausragende Expertise und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Bauchfelldialyse auf. Das zahlt sich für die Patienten aus! (Quelle: PROCURA - Das Gesundheitsmagazin für Speyer und Umgebung, Ausgabe Herbst 2013 / http://www.profitext.com/images/stories/ProCura/pc9web.pdf) (Einmal im Monat kommen die Bauchfell-Patienten zur Kontrolle. Christian Diekmann und Dr. Manfred Schmitt stehen dann für Fragen und Hilfestellungen bereit.)